... und zum SAMBA allgemein
"Der populärste Samba — der samba-enredo des Karneval — hat am wenigsten mit dem klassischen Samba zu tun.
Er ist in Wirklichkeit ein Marsch und skandiert beim Rio-Karneval das monotone Dahinschlurfen der Sambatänzer bei den desfiles. Das unerbittliche Metronom ist eine jeweils 300 Mann starke, mit musikalischen Schlaginstrumenten bewaffnete bateria.[...]
Die Perkussionisten
— riesige surdos, zweifellige Zylindertrommeln, die sinnigerweise "Taubgewordene" heißen, vor dem Bauch —
wirken wie Flagellanten, die ihre Trommeln auspeitschen.
Der Samba wird bei diesen brutalen Exerzitien der Kohorten zum Heavy Metal, "es hört sich an wie eine Schießerei" sagt Darcy , "wie Maschinenpistolen. Da sind keine crescendi, keine Piani, keine Fermaten mehr, keine Pausen zum Ausruhen."
Doch da ist er auch, der ungeheure Knall: die dröhnende Stille. Für eine Hunderstelsekunde erstarren die Perkussionisten in ihrer Ekstase, eine wie in Eis geschlagene Panik! Die Münder der Trommler stehen offen, die Hände mit den Schlagstöcken hängen — versteinert wie im Märchen — in der Luft. Und da ist sie: die paradinha — der Sekundenbruchteilstopp der Hundertschaften beim Karnevalssamba —-, und sie gilt als die höchste Kunst der ritmistas, und irgendwie muss man das ja auch bewundern.
Als ein Musikkritiker aus den USA zum erstenmal eine paradinha erlebte, kam es ihm vor, "als hätten sie eine Boeing auf dem letzten Meter der Runway gerade noch zum Stehen gebracht".
(Spiegel-Spezial Musik Nr.2/2000)
Sicher stimmen wir nicht mit allen Details dieses Auszugs überein, dennoch:
von der Vielzahl der faszinierenden Rhythmen Brasiliens ist es der Samba Rio de Janeiros, der uns nicht mehr loslässt.
Wir sind eine z.Zt. ca. 20-köpfige Trommelgruppe (bateria).
Unsere Musiker kommen aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet.
Seit 1998 treffen wir uns wöchentlich zum Musikmachen.
Wie unsere Vorbilder, die baterias der Sambaschulen Rios, ergänzen wir unsere Auftritte gerne durch puxador, cavaquinho und Tänzer/-innen.
